Der Weihnachtsbaum wurde in Großbritannien erst im Jahre 1841 durch den deutschen Prinzgemahl Königin Viktorias, Prinz Albert, eingeführt.
Doch es gibt es in Großbritannien eine Reihe von dekorativen Weihnachtsornamenten, die ursprünglich auf viel ältere Zeiten zurück gehen.

Manche sind indigen und andere wurden vom europäischen Festland übernommen und modifiziert.
1. Immergrüne Zweige als WeihnachtsornamenteEin historisch weit zurückreichendes Ornament in der britischen Weihnachtszeit ist der Mistelzweig über den Türen. Bis heute darf während des Weihnachtsfestes jede Frau geküsst werden, die man unter einem solchen Zweig antrifft. Diese Sitte soll auf antike griechische Riten zurückzuführen sein und die besondere Symbol- und Heilkraft der Mistel ist bereits aus keltischen Riten zur winterlichen Sonnenwende bekannt.

Die Mythenforschung vermutet aus dieser jahreszeitlichen Übereinstimmung eine Vermischung und Überlagerung mit späteren christlichen Weihnachtsvorstellungen. Der Mistelzweig wurde mit Früchten, vor allem dem roten Apfel und Gebackenem verziert.
Auch Stechpalme und Efeu werden als immergrüne Gewächse zum Schmücken von Fenstern und Kaminen verwendet. Auch hier vermutet man Zusammenhänge mit vorchristlichen Riten zur Wintersonnenwende.
Das frische Grün in Verbindung mit dem kontrastierenden Rot soll schon bei den keltischen Druiden ein Symbol für die Begrüßung des Sonnengottes nach der harten Winterzeit gewesen sein.
Im christlichen Sinne wurde die Stechpalme mit ihren roten Blüten ein Symbol für die Dornenkrone Christi und alle drei Pflanzen werden verwendet, um Tische, Fensterbänke, und Türrahmen zu verschönern. Folgende
Website gibt Hinweise zur praktischen Umsetzung.
2. Baumornamente der viktorianischen ÄraEine norwegische Tanne wurde mit kleinen Spielsachen und Süßigkeiten bzw. Kuchen in kleinen Beutelchen behangen. In reicheren Haushalten verbreitete sich nach 1865 auch als Statussymbol die aus Deutschland übernommene Sitte, Glasschmuck an die Äste zu hängen, der ab dem späten 19. Jahrhundert dann auch als Massenprodukt auf den Markt kam. Stunden verbrachten junge Mädchen in der viktorianischen Ära damit, kleine Füllhörner zu basteln aus gefärbtem und bemaltem Papier.

Diese wurden dann mit Datteln oder anderen Köstlichkeiten befüllt an den Baum gehängt. Handarbeitstechniken, wie Makramee oder Spitzenhäkeln wurden die Grundlage zur Anfertigung von Zierdeckchen aus Seide im Stil von Schneeflocken.
Diese wurden dann mit einer stark zuckerhaltigen Lösung getränkt und ließen sich zu verschiedenen Formen biegen, die schließlich trockneten. Mit Baumwollwatte wurde Schnee imitiert, kleine Schneemänner wurden gebastelt und Engelchen verziert. Auch eine sehr dicke Lametta-Art, Tinsel genannt, fand seit dieser Zeit Verbreitung.
Die folgende Website enthält eine Anweisung zum Herstellen von Ornamentschablonen für
Weihnachtsbaumschmuck. Eine weitere Seite führt den Leser in die Herstellung von Salzteigornamenten als
Baumdekoration ein.

3. WeihnachtssockenWährend in Deutschland Kinder ihre Schuhe oder Socken am Vorabend des 06. Dezembers erwartungsvoll vor die Tür legen, platzieren britische Kinder ihre Christmas-Stockings erst am Weihnachtsabend wenn möglich in der Nähe eines Kamins.

Nach der allgemeinen Vorstellung fliegt Father Christmas, also der Weihnachtsmann, auf einem Schlitten, gezogen von Rentieren über die Dächer hinweg und wirft dabei Geschenkpäckchen in die Kamine. Die Socken, meist mit dem Namen des Besitzers versehen zur besseren Unterscheidung, sollen diese auffangen. Es gibt eine ganze Industrie, die sich mit der Personalisierung von
Weihnachtssocken befasst.
4. PapierdekorationenAnders als in Deutschland, wo Weihnachten eher ein besinnliches Fest ist, wird in Großbritannien die Wohnung mit Papiergirlanden geschmückt, werden Papierhütchen zum Festessen aufgesetzt und eine große Rolle spielen die Weihnachtscracker, Knalltüten, die entweder einen lustigen Spruch oder ein kleines Geschenk enthalten.
Es gibt sie seit 1847 und sie wurden anfangs zur Tischdekoration verwendet. In Deutschland sind sie erst am Silvesterabend gebräuchlich, während die anderen Papierdekorationen in der Karnevalszeit üblich sind.
5. Regionale UnterschiedeWie in Deutschland auch, unterscheiden sich Weihnachtsbräuche in Großbritannien von Region zu Region. In Schottland z.B. ist das Weihnachtsfest eine eher düstere Angelegenheit und man spart sich die Heiterkeit für Neujahr auf. In Wales gibt es eigene Bräuche, vor allem das Singen von
Christmas Carols usw., aber was die Dekorationen betrifft, so scheinen sich diese nicht sehr wesentlich zu unterscheiden.

Der Schneemann ist ein verbindendes Weihnachtssymbol und so gibt es zum Schluss noch einen Link zu einer interaktiven Website, auf der man einen
Schneemann online gestalten kann.
