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Cricket - Sport für Gentlemen
Fair Play
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Der Adel schloss erste Mannschaften in den Dörfern des Landes, dort spielte er gegen die „gewöhnliche“ Dorfbevölkerung, ohne jegliche Benachteiligung. Die Mannschaften waren zwar nach jeweiligem Stand getrennt, dennoch wurde ein faires Spiel abgehalten.

Das war nicht nur eine äußerst moderne Denkweise und Haltung des englischen Adels, sondern auch einzigartig im absolutistisch regierten Europa, indem sich niemals der Adel mit dem „gewöhnlichen“ Volk abgegeben hätte.

Auch das Wesen des Cricket spiegelt dieses Fair Play wieder, denn es ist kein Sport der auf Kraft und Schnelligkeit beruht, sondern auf Geduld und taktischer Intelligenz. So war es auch dem englischen Volk möglich mit Geschick den Adel zu besiegen. Es kam zu keiner dominanten Spielführung und Unterdrückung des Gegners, wie es heute in Sportarten wie Rugby oder Fußball der Fall ist.

Cricket spielt im Allgemeinen nur in England, dem Commonwealth und den ehemaligen englischen Kolonien eine Rolle, außerhalb dieser Länder und in Europa hat der Sport fast keine Bedeutung und ist nur sehr wenig verbreitet. Das liegt zum einen an der langen Spieldauer und zum anderen an den für Außenstehenden komplizierten Spielregeln.

Ein Match kann sich ohne weiteres drei Tage hinziehen und kann mit anderen Ballsportarten nicht mitziehen, da es für eine breite Masse nicht medientauglich ist. Der Sport wurde in Verbindung mit der britischen Kolonialisierung verbreitet und sollte zur Kultivierung derer beitragen.

In einem Großteil der Kolonien wurde Cricket angenommen und verkörperte eine Einheit des britischen Empires in der Welt. Auch dort war es den Menschen möglich gegen ihre „Herren“ Spiele auszutragen, zudem trug es zu einem besseren gesellschaftlichen Klima bei.

Eine Ausnahme bildete jedoch die schwarze Bevölkerung der karibischen Staaten, dieser war es zwar gestattet Spiele auszutragen, aber die Kolonieherren waren lange Zeit nicht gewillt gegen sie anzutreten.

Ebenso erging es den Aborigines in Australien, die permanent ausgegrenzt wurden und bei einem Match durch Regeländerungen um den Sieg gebracht wurden waren. Bis heute herrscht große Rivalität zwischen dem englischen und australischen Nationalteam, gleichwohl empfinden die Engländer Niederlagen gegen Australien als besonders schlimm.

Cricket ist ein sehr streng geregeltes Spiel, bei dem jeder Spieler eine bestimmte Aufgabe hat und dem Schiedsrichter der größte Respekt entgegengebracht wird, da die Anzweifelung einer Entscheidung als äußerst unsportlich gilt. Beim Cricket geht es darum die gegnerische Mannschaft mittels Geschick zu besiegen.

Der Sport ist im Vergleich mit anderen Ballsportarten gegen jede bekannte Regel, so ist das Spiel umso ruhiger und langsamer, desto besser die Mannschaften spielen. Das ist ein kompletter Widerspruch zu den temporeichen Sportarten, in denen es darauf ankommt schnelle Spielzüge durchzuführen.


Die geduldige Spielweise beim Cricket führt dazu, dass ein Spiel schon einmal drei Tage dauern kann. Ziel der Mannschaften ist die Unterbrechung des Spiels, ein Kampf um den Ball findet nicht statt, aus diesem Grund bezeichnen die Engländer dieses Spiel, als äußerst zivilisiert. Den Spielern ist es wichtiger ein faires Spiel mit einem leidenschaftlichen Mannschaftsgeist abzuhalten, als es zu gewinnen.


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