Eine Nachricht, die nicht nur uns in den letzten Tagen in Atem hält, ist der englische Abhörskandal. Völlig unbeirrt haben Journalisten des Boulevardblattes
"News of the World" über viele Jahre Privatpersonen und Personen aus dem öffentlichen Leben ausspioniert und belauscht - immer auf der Suche nach der großen Nachricht.
In Großbritannien zieht der
Skandal immer größere Kreise, schon längst ist die Angelegenheit zu einem politischen Theater geworden. Premierminister David Cameron steht selbst im Fokus der Kritiker, unklar ist, ob auch Politiker von den Methoden des inzwischen aufgelösten Boulevardblattes wussten. Zurückgetreten ist mittlerweile der ranghöchste Vorgesetzte der Londoner Metropolitan Police.
Paul Stephenson hat sich scheinbar von den Spionen beeinflussen lassen und einen kostenlosen Kururlaub genossen. Von den Ausmaßen der Affäre will der ehemalige Polizeichef selbst nichts gewusst haben. Der Vize-Chef der Behörde ist ebenfalls zurückgetreten. Er verzichtet vor zwei Jahren darauf, erste Hinweise für einen Abhörskandal bei dem Boulevard-Blatt nicht weiter zu verfolgen.
Die Polizei nahm inzwischen auch erstmals einen direkten Angestellten des Murdoch-Imperiums fest, zu denen auch die "News of the World“ gehörte. Nach einer ausführlichen Befragung wurde die Managerin Rebekah Brooks zunächst in Haft genommen, später wurde sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Unklar ist, welche Aussagen Brooks als sehr enge Vertraute von Medienmogul Murdoch gemacht hat.
Während der Skandal in England große Wellen schlägt und nun sogar für eine Verschiebung der Sommerpause der englischen Regierung sorgte, macht sich auch in anderen Ländern Europas Unmut breit. Die Glaubwürdigkeit der Medien leidet stark darunter, wie eine aktuelle Umfrage in England und auch in Deutschland inzwischen ergab.