Bei der vierten Nominierung hat es endlich geklappt: Dem britischen Autor
Julian Barnes wurde am Dienstag in London der begehrte
Man Booker Prize verliehen.
In seiner Dankesrede spielte der 65-Jährige auf seine früheren enttäuschten Hoffnungen an - er habe sich manchmal schon gefragt, ob bei ihm eine ähnliche Verschwörung am Wirken war wie die, welche
Jorge Louis Borges den Literaturnobelpreis vorenthielt.
Dabei hatte der Autor, der für sein elftes Buch "
The Sense of an Ending" ausgezeichnet wurde, früher sogar ordentlich über den Man Booker Prize gelästert: "Posh Bingo", also "Edelbingo", hatte er ihn genannt und so getan, als würden die Gewinner ausgelost statt durch eine Jury ermittelt, so der "
Guardian".
Vielleicht stimmt ihn jetzt ja das Preisgeld von 50.000 Pfund etwas milder. Überreicht wurde ihm der Preis von
Stella Rimington, der einstigen Chefin des britischen Geheimdienstes MI5, die inzwischen gern Krimis schreibt und in diesem Jahr Vorsitzende der Jury war.
Die Zeremonie fand in der
Guildhall in der City of London statt. Das schmucke Gebäude entstand bereits im 12. Jahrhundert auf den Ruinen eines römischen Amphitheaters; während des großen Brandes 1666 sowie im zweiten Weltkrieg wurde es beschädigt und immer wieder aufgebaut.
Bis heute sind jedoch mittelalterliche Elemente enthalten. Mehrere Jahrhunderte lang diente das Gebäude als Rathaus der City of London, jetzt beherbergt es ein Museum.