Mit Wolle hübsche Sachen stricken oder häkeln - das klingt eher nach einem häuslichen Hobby. Doch immer öfter zieren liebevoll gefertigte Handarbeiten Laternenpfähle, Brückengeländer oder gar Telefonzellen in London.
Neben motivierten Einzeltätern gibt es auch organisierte Bastler: Im Blog "
Knit The City" bezeichnen sie sich als "Ihre freundlichen Grafitti-Stricker von nebenan" und nennen ihre Kunstform "Guerilla-Stricken". Denn tatsächlich werden die kleinen oder großen Kunstwerke installiert, ohne Eigentümer oder Stadtverwaltungen um Erlaubnis zu bieten. So bleiben die wolligen Unikate auch nicht immer lange im Einsatz.
Dabei bestricken sie mit ihrem Sinn für Humor und ihren intelligenten Bezügen zur Stadtgeschichte, wie die Bildergalerie von "
Timeout" beweist: An einer ehemaligen Piratenburg im Stadtteil Camden sind handgestrickte Piraten aufgeknüpft, während über das Geländer einer Londoner Brücke eine Mini-Schafherde getrieben wird - diesen Brauch gibt es tatsächlich: Jeder Bürger, dem der mittelalterliche, aber bis heute existierende Freedom of the City of London verliehen wird, ist unter anderem dazu berechtigt, Schafe durch die Stadt zu treiben.
