Der britische Adel ist ein Thema für sich und immer wieder gerne genommenes Klischee, vom Krimi bis zum Liebesroman, von Karl May bis Martha Grimes. Hier einige Fakten: Peers (also Adlige, der Adel allgemein wird als "peerage" bezeichnet) dürfen nicht wählen oder gewählt werden, kommen dafür aber in das Oberhaus des Parlaments.
Der Adelstitel ist vererblich, aber nicht unbedingt von Frauen erbbar - und seit 1958 gibt es sogenannte "life peerages", die die Königin nur auf Lebenszeit verleiht. Wesentlich seltener lässt sich ihre Majestät herab, einen vererbbaren Adelstitel zu verleihen ... wie etwa 1984 an Harold Macmillan. Eine wahre Inflation an Adligen setzte im 18. und 19. Jahrhundert ein, als man fleissig Unternehmer und Forscher in den Adelsstand versetzte. Gab es etwa Mitte des 17. Jahrhunderts gerade einmal 130 Adlige, rechnet man heute mit rund 1300 - von denen allerdings weniger als 500 nur "life peers" sind.
In der Rangfolge des Adels stehen an oberster Stelle die Dukes (25 an der Zahl), dann der Marquess (35), gefolgt vom Earl (weibliche Form "Countess", 175), den Viscounts (100) und der Masse der Barons. Übrigens - auch wenn man im Volksmund so gerne sagt, dass jemand "geadelt" wurde und künftig dann "Sir" genannt wird (bei Frauen "Dame") ... das ist noch kein Adel, sondern ein Ritterschlag.