
Die Twelfth Night Feierlichkeiten markieren in England das endgültige Ende der Weihnachtszeit und finden traditionell am 06. Januar statt.
Zu diesem Datum müssen alle Weihnachtsdekorationen abgenommen und der Weihnachtsbaum abgebaut sein, um im neuen Jahr Glück zu haben. Das Fest wird als die 12. Nacht bezeichnet, weil es die zwölfte Nacht nach Weihnachten ist, das in England am 25. Dezember gefeiert wird.
An diesem Abend müssen übrigens auch die letzten "
Mince Pies" gegessen sein, jenes traditionelle Weihnachtsgebäck, das mit getrockneten Früchten und Gewürzen gefüllt ist und niemals in Stücke geschnitten werden darf - das würde bedeuten, sein eigenes Glück zu beschneiden.
Besonders Abergläubische können an Sylvester einen Zweig grünen Efeus in eine Schale Wasser legen: ist er in der Twelfth Night immer noch frisch, bedeutet das Gesundheit für das ganze folgende Jahr.

In England wird die Twelfth Night seit dem Mittealter gefeiert; im 18. und 19. Jahrhundert wurden aus dieser Tradition rauschende Feste, zu denen auch das gegenseitige Austricksen gehört.
Einer dieser Tricks beinhaltete das etwas fragwürdige Verstecken von lebenden Vögeln in ausgehöhlten Pasteten, die die Gäste beim Aufschneiden erschreckten.
Eine andere Tradition ist das Inszenieren sogenannter "Mummings" Theaterstücke. Natürlich wird auch
William Shakespeares Theaterstück "Twelfth Night" gerne aufgeführt. Heutzutage feiern Menschen in England nach wie vor die Twelth Night.
Sie trinken den traditionellen heißen und würzigen Fruchtpunch, bekannt unter dem Namen "Wassail", der ein wenig nach gewürztem Apfelwein schmeckt. Damit einher geht eine weitere Tradition, die "
Wassailing" genannt wird: in der zwölften Nacht versammeln sich Freunde im Garten oder in Parks und trinken auf ihre Gesundheit und auch - auf die der Bäume. Dabei wird der Wassail über die Wurzeln der Bäume geschüttet, um schlechte Geister zu verscheuchen.
Eine weitere wunderbare Tradition ist das Backen eines reichhaltigen Fruchtkuchens. Eine alternative Süssigkeit hierzu ist auch das sogenannte "Tortell"-Gebäck, welches mit Marzipan gefüllt ist und mit glasierten Früchten dekoriert wird.
In den englischen Twelfth Night - Kuchen sind meist eine Bohne und eine Erbse versteckt; wer immer diese beiden findet, ist König und Königin der Twelfth Night - Party und kann dem Rest der Gäste vorschreiben, was sie zu tun haben.

In London werden die Twelfth Night Feierlichkeiten an den Ufern des Flusses Themse gefeiert. Die Feierlichkeiten werden vom sogenannten "Holly Man" eingeleitet, der auf der Themse erscheint. Er trägt einen Anzug aus Stachelbeerzweigen und wird mit einem Boot an das Ufer gebracht.
Er bringt damit das symbolische "Grüne" und ein fruchtbares Wachstum alles Lebendigen für das neue Jahr. Im Anschluss daran wird das traditionelle St. George Stück vorgeführt, an dessen Ende Twelfth Night Kuchen verteilt werden, in denen sich die traditionelle Erbse und die Bohne befinden.