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The Lost Traveller
die Kunst des Glockenläutens
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Tradition und Geschichte des Glockenläutens in Großbritannien. Wo immer man in Großbritannien geht und steht ist man von Glockenläuten umgeben, obwohl sich die meisten Menschen dessen gar nicht wirklich bewusst sind. Eben nur dann, wenn sie eine Glocke hören. Die Quellen dieser Glockenklänge sind aber ungeahnt vielfältig.

Natürlich gibt es die klassischen Kirchenglocken, Uhrglocken auf öffentlichen Gebäuden, Rettungswagen, Feuerwehrwagen und Schiffe haben Glocken, mancher Bettler macht mit einer Glocke auf sich aufmerksam, Stadtschreier läuten Glocken und nicht zuletzt werden Märkte oder Messen, z.B. die Nottingham Goose Fair, mit Glockengeläut eröffnet.

Wie lange gibt es schon Glocken in Großbritannien?
Da die Entstehung der Glocke und damit des Glockenläutens nicht genau zu datieren und lokalisieren ist, wird von Ethnologen angenommen, dass in etwa zeitgleich und unabhängig voneinander in verschiedenen Ländern der Erde die Glocke erfunden wurde. Frühe Schriften wie die biblischen Bücher Exodus und Zacharias oder antike Schriftsteller wie Euripides und Plutarch haben schriftliches Zeugnis von der Nutzung der Glocke gegeben.
Klar ist, dass es Glocken und damit natürlich auch Glockenläuten seit mehreren hundert Jahren in Großbritannien gibt.

Wofür wurden Glocken genutzt?
Glocken waren und sind ein wichtiger traditioneller Bestandteil des täglichen Lebens in Großbritannien. So wurden beispielsweise Kirchenglocken geläutet, um den Leuten anzukündigen, dass entweder Aussaat- oder Erntezeit war. Die so genannte Gleaning Bell läutete den Arbeitsbeginn oder Feierabend ein.

So skurrile Bezeichnung wie Pfannkuchenglocke waren Mahner dafür, dass nun die Fastenzeit begann. Genauso gut gab es aber auch eine Ofenglocke, die läutete, wenn der Backofen des Lehnsherren so eingeheizt worden war, dass das Gesinde nun backen konnte. Es gab auch Glocken, die in unsicheren Zeiten die abendliche Ausgangssperre einläuteten. Heute werden Glocken z.B. geläutet, um zum Gottesdienst zu rufen oder das neue Jahr anzukündigen.

Glocken als kulturelles Erbe
Vor allen Dingen Kirchenglocken sind ein wichtiger Bestandteil des englischen Kulturgutes. Sie sind nicht nur Indikatoren einer kunstvollen Handwerkstradition, sondern auch bis heute Teil des gesellschaftlichen Miteinanders. Im Laufe der Jahrhunderte hatte sich der Beruf des Glockengießers als eigener Berufsstand etabliert. Mit der Ausweitung von Klöstern und Kirchen arbeiteten diese Handwerker zumeist für ein lokales Kloster und von diesem Kloster geführte Kirchen.

Später waren sie jedoch selbstständig und zogen über Land, um dort Glocken direkt vor Ort zu bauen, wo sie benötigt wurden. Dabei fand der Bau entweder in der Kirche selber oder auf dem Kirch- oder Friedhof statt. So manche Glockeninschrift zeugt von dieser Zeit, z.B. in einer Kirchenglocke in St. Mary the Virgin in Oxford: „Es sei allen verkündet, dass Newcombe of Leicester mich gemacht hat, 1612.“


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