Jedes Jahr im Januar, in diesem Jahr vom 14. bis 16. Januar 2011, feiern die Menschen im Ort Whittlesey in England das „Straw Bear Festival“.
Der „Straw Bear“, ein Mann verkleidet als „Bär“ aus Stroh, tanzt dabei an einem Samstag durch die Straßen von
Whittlesey.
Begleitet wird er von seinem Hüter, Musikern und Morris-Tänzern, die auf ihrem Weg durch das Dorf und in den Pubs verschiedene traditionelle Tänze wie Morris, Molly oder Clogging aufführen. Am Sonntag wird das „Kostüm“ des Strohbären, das an die 30 Kilogramm wiegt, dann zur Mittagszeit auf dem Marktplatz in einer Zeremonie verbrannt.

Diese Spektakel beruht auf einem alten Brauch aus dem 19. Jahrhundert bei dem die Pflüger der Gemeinde am Dienstag nach Plough Monday, dem traditionellen Start der englischen Landwirtschaftsaison, einen Pflüger auswählten, der verkleidet in einem
Kostüm aus Stroh von Haus zu Haus geleitet wurde, wo er für Geld, Bier oder Essen, Tänze aufführte.
Das Fest hatte eine besondere Bedeutung für die Bauern der Gegend und alle gaben ihr bestes Stroh für das Kostüm des „Straw Bear“.
Doch der ulkig anmutende Brauch verschwand Anfang des 20. Jahrhunderts von den Straßen Whittleseys. Es wird berichtet, dass die
örtliche Polizei den Brauch als Bettelei einstufte und verbieten ließ.
Erst 1980 wurde diese Tradition von der Whittlesea Society
wiederbelebt. Während der Strohbär Anfang der 80er nur von wenigen Tänzern begleitet wurde, ist das Festival
heute eine Gelegenheit für rund 250 Morris-Tänzer und Musiker aus ganz Großbritannien ihre Künste zu präsentieren. Ganz Whittlesey beteiligt sich freudig an der wiederentdeckten Tradition.

Rund um Plough Monday und das Straw Bear Festival finden außerdem verschiedene Musikveranstaltungen und Scheunenfeste statt, die jedes Jahr unzählige Besucher nach Whittlesey und Umgebung locken.