Niemand hat Schottland je schöner beschrieben als der Poet Robert Burns. Er trug die Verehrung für seine schottische Heimat tief in seinem Herzen und durch seine Gedichte und Lieder hinaus in die Welt.
Geboren wurde Robert Burns am 25. Januar 1759, als Sohn armer Bauern, in Alloway, in den Bergen von Ayrshire. Burns schrieb nieder, was er selbst erlebte und avancierte schnell zum Dichter des Volkes.
Viele Schriften sind in
“Scots”, dem traditionellen Dialekt der Lowlands verfasst. Seit sich 1796 erstmals enge Freunde des Dichters am 25. Januar zusammenfanden, um seiner würdig zu gedenken, wurde dieser Tag in Schottland zur Robert Burns Night.
Schottische Einwanderer machten den Gedenktag auch in den USA, Kanada oder Australien publik. Gefeiert wird, ganz im Sinne von Robert Burns, ausgelassen, vergnügt und ein bisschen ausschweifend.
Die Robert Burns Night ist zu einem festen Bestandteil der schottischen Kultur geworden und ein lebendiger Ausdruck für die Verbundenheit der Schotten zu ihrer Heimat. In Schottland existieren mehr als 900 Gesellschaften und Clubs, welche den Gedenktag würdig begehen. Nicht mitgerechnet sind die unzähligen “stillen” Fans, welche ganz in Familie feiern.

Die Robert Burns Night folgt seit mehr als 200 Jahren strengen Ritualen. Meist wird zum Auftakt das Gedicht “Selkirk Grace” vorgetragen, welches man lange für ein Werk Burns hielt, welches jedoch wohl einem unbekannten Autor zugeschrieben werden muss. Danach wird mit dem Burns Supper begonnen.
Das ausgiebige Essen beginnt mit einer Cock-o-Leekie genannten Suppe aus Hühnchen, Lauch und Dürrpflaumen. Der Hauptgang besteht aus der schottischen Spezialität schlechthin, Haggis, einem mit Innereien gefüllten Schafmagen. Die Zubereitung der Speise ist sehr aufwendig.
Der Haggis wird vor dem Servieren unter
Dudelsackklängen zum Rednerpult getragen. Dort rezitiert der Herr des Hauses oder der Inhaber der Wirtschaft, wo die Feier stattfindet, Robert Burns Hommage
an das Nationalgericht “The Address to tue Haggis”.
Das Publikum wartet gespannt auf die 3. Strophe und die Textpassage “dich mit schlichter Gewandtheit aufschlitzen”. An dieser Stelle wird der
Haggis zerteilt und die Innereien ergießen sich auf die Servierplatte. Nun darf serviert werden. Dazu fließt reichlich
Whiskey.

Nach dem Essen werden Reden gehalten und Lieder und Gedichte aus dem reichen Fundus von Robert Burns zu Gehör gebracht. So dürfen die Männer bei “Toast to the Lassies” bitterböse Worte an die Frauenwelt richten, bevor sie ihnen zuprosten.
Eine Robert Burns Night endet meist mit
“Auld Lang Syne”, der berühmten Hymne an Heimat, Freundschaft und ein Stück schottischer Geschichte, welches unvergessen bleibt.